{"id":2755,"date":"2020-12-17T16:42:42","date_gmt":"2020-12-17T15:42:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brodtfoundation.org\/de\/?p=2755"},"modified":"2020-12-21T21:27:27","modified_gmt":"2020-12-21T20:27:27","slug":"tsao-und-jing-ling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brodtfoundation.org\/de\/tsao-und-jing-ling\/","title":{"rendered":"Tsao und Jing-Ling"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Ruth Rewald, Arco Verlag, Wuppertal 2020 (1936)<\/span><\/p>\n<p><strong>Verlagstext:<\/strong> Der zehnj\u00e4hrige Tsao und seine kleine Schwester Jing-Ling leben mit ihren Eltern friedlich in einem kleinen chinesischen Dorf \u2013 bis der Verwalter des reichen Herrn Wu auftaucht. Weil dessen Kredit nach einer Missernte nicht eingetrieben werden kann, werden die Geschwister zur Ware und verpf\u00e4ndet. Den verzweifelten Eltern wird vorgegaukelt, ihre Kinder erwarte ein gl\u00fccklicheres Leben in der gro\u00dfen Kaiserstadt Peking, Bildung und k\u00fcnftiger Wohlstand. Was Tsao und Jing-Ling in Wahrheit erleben, ist wie die H\u00f6lle auf Erden: Gefangen in einer Seidenfabrik, sind sie hemmungsloser Ausbeutung ausgesetzt. Aber Tsao gelingt die Flucht, und er findet heimliche Verb\u00fcndete, mit denen er den scheinbar aussichtslosen Kampf zur Befreiung Jing-Lings und gegen die Unterdr\u00fcckung der \u00c4rmsten wagt. Ruth Rewalds Chinabuch Tsao und Jing-Ling ist mit Blick auf Kinderarbeit und Profitgier noch immer von erschreckender Aktualit\u00e4t. Es beeindruckt als Vision von der Kraft zivilen Ungehorsams und der Solidarit\u00e4t \u2013 und von starken Kindern. Die Publikation in einer Schweizer Gewerkschaftszeitung kam 1936 auf F\u00fcrsprache der bekannten Autorin Lisa Tetzner zustande, die sich gemeinsam mit ihrem Mann Kurt Kl\u00e4ber \u2013 als \u201eKurt Held\u201c der Verfasser von Die rote Zora \u2013 begeistert zeigte.<\/p>\n<p><strong>Zu Ruth Rewald und ihren B\u00fcchern:<\/strong> Die Autorin Ruth Rewald wurde am 5. Juni 1906 in Berlin geboren. W\u00e4hrend ihres Jura-Studiums lernt sie Hans Schaul, der ihr Ehemann werden sollte, kennen. Weil das Studium sie nicht wirklich erf\u00fcllt, bricht sie ab, arbeitet f\u00fcr ein paar Monate in einem st\u00e4dtischen Tagesheim f\u00fcr Kinder, wo ihr Wunsch entsteht, f\u00fcr Jugendliche zu schreiben. 1931 erscheint Ruth Rewalds erstes Werk, die beiden Erz\u00e4hlungen \u201eRudi und sein Radio\u201c und \u201ePeter Meyer liest Geschichten vor\u201c. 1932 folgt der Roman: \u201eM\u00fcllerstra\u00dfe. Jungens von heute.\u201c Er ist ein gro\u00dfer Erfolg und wird mit Erich K\u00e4stners \u201eEmil und die Detektive\u201c verglichen. Ein n\u00e4chstes \u201eM\u00e4dchenbuch\u201c bleibt unvollendet. Ruth Rewald fl\u00fcchtet nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten zusammen mit ihrem Mann nach Paris. Um finanziell \u00fcber die Runden zu kommen, nimmt sie einige Gelegenheitsjobs an. Nachts schreibt sie auf ihrer geliebten Reiseschreibmaschine. So entsteht \u201eJanko\u201c. Ruth Rewald bekommt ihr erstes Kind, w\u00e4hrend ihr Mann im Spanischen B\u00fcrgerkrieg k\u00e4mpft. Als es ihr m\u00f6glich ist, reist sie ihm nach, arbeitet in einem Heim f\u00fcr Kinder, deren Eltern im Krieg umgekommen sind, schreibt ein Buch \u00fcber eben diese Kinder. Ruth Rewald schreibt immer weiter. 1942 wird sie, zwei Jahre sp\u00e4ter auch ihre kleine Tochter, die deren franz\u00f6sische Lehrerin vergeblich versucht hatte zu retten, in Auschwitz ermordet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ruth Rewald, Arco Verlag, Wuppertal 2020 (1936) Verlagstext: Der zehnj\u00e4hrige Tsao und seine kleine Schwester Jing-Ling leben mit ihren Eltern friedlich in einem kleinen chinesischen Dorf \u2013 bis der Verwalter des reichen Herrn Wu auftaucht. Weil dessen Kredit nach einer Missernte nicht eingetrieben werden kann, werden die Geschwister zur Ware und verpf\u00e4ndet. 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