{"id":568,"date":"2018-11-12T10:51:05","date_gmt":"2018-11-12T09:51:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brodtfoundation.org\/de\/?p=568"},"modified":"2019-04-10T21:20:32","modified_gmt":"2019-04-10T19:20:32","slug":"frederick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brodtfoundation.org\/de\/frederick\/","title":{"rendered":"Frederick"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Leo Lionni, Beltz &amp; Gelberg, Weinheim 1997<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass die \u201eWeltweit bekannte poetische\u201c Bilderbuchmaus Frederick (2017) 50 Jahre alt wird, bietet Gelegenheit, die Aufmerksamkeit auf Leo Lionni, ihren Kreator, zu lenken. Leo Lionni war einerseits viel mehr als ein Bilderbuchk\u00fcnstler \u2013 n\u00e4mlich auch p\u00e4gender Grafik \u2013 wie Werbedesigner, Maler, Bildhauer, Texter, Filmemacher\u2026 -, andererseits k\u00f6nnen seine Kinderb\u00fccher tats\u00e4chlich als die Essenz eine Schaffensperiode angesehen werden. Ende der 5oer Jahre, Lionni ging immerhin auf die 50 zu, ermutigte ihn beim Mittagstisch im New Yorker K\u00fcnstlertreff Del Pezzo f\u00fcr seine Sp\u00fcrnase bekannte Kinderbuchverleger Fabio Coen, aus den Papierb\u00f6gen, die da vor ihm lagen, ein Kinderbuch zu machen. \u00dcber die Bl\u00e4tter, die Lionni ihm zeigte, bewegten sich grosse Farbklekse, n\u00e4herten sich einander, erz\u00e4hlten dabei von Freunschaft und deren N\u00f6ten, w\u00e4hrend sich ganz nebenbei vor dem Auge des Betrachters Farbexperimente vollzogen. F\u00fcr die Bilderbuchwelt war \u201eDas kleine Blau und das kleine Gelb\u201c etwas total Neues, etwas, was weltweit Beachtung fand. \u00dcber die Jahre lie\u00df lionni etwa 30 Bilderb\u00fccher folgen, die mit Collagen, Frottagen und dar\u00fcber gezogene Linien den Blick f\u00fchrten und forderten. die B\u00fccher funktionieren bis heute, was auch an ihrer Sprachlichen Klarheit liegt, die sich auf den Sinngehalt der parabelhaften Geschichten \u00fcbertr\u00e4gt und bereits die kleinsten Betrachter bewegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch war ebenso Bauhaus, wie ich Agnostiker, Liberaler und Jude war\u201c, schreibt Leo Lionni in seiner Autobiographie \u201ebetween words\u201c, die er zu unserem gro\u00dfen Gl\u00fcck 1997, zwei Jahre vor seinem Tod, hinterlassen hat. Atemlos folgt man da einem dichten wie freien Leben. In den 30er Jahre hatte Lionni in Z\u00fcrich und Genoa \u00d6konomie studiert. Er lernt seine sp\u00e4tere Frau Nora Maffi kennen, Tochter von Fabrizzio Maffi, Mitbegr\u00fcnder der Kommunistischen Partei Italiens (auch Lionni lieb\u00e4ugelte zeitlebens mit der Linken, weshalb er sp\u00e4ter in Amerika unterBeobachtung stand). Zwei S\u00f6hne werden geboren, st\u00e4ndig wird umgezogen, 1939 geht es in die USA. F\u00fcr Lionni folgt der Aufstieg in die hohen Etagen Manhattans, wo die Grafik-, und Werbebranche sich breit machte. Er sorgt daf\u00fcr, dass in den \u201eadvertisement departments\u201c auch f\u00fcr K\u00fcnster wie L\u00e9ger, Calder, Moore, Ray, Mondrian, Warhol\u2026 die T\u00fcren offen stehen. Und dannzieht es ihn in den 60er Jahren doch wieder nach Europa zur\u00fcck, nach Italien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Geboren wurde leo Lionni 1910 in Watergraafsmeer bei Amsterdam, der \u201eWeltstadt der Diamentenindustrie\u201c, und also hatte auch der Vater im H\u00e4uschen unterm Dach eine Werkstatt mit Diamentenschneidebank, f\u00fcr die Mutter, eine Operns\u00e4ngerin, stand ein Stock tiefer der Fl\u00fcgel. Zu den hohen Feiertagen ging man zu Tante Trui mit dem \u00e4thiopischen Dienstm\u00e4dchen, \u201eDas wie eine zigeunersklavin in der Familie aufgewachsen war und nur jiddisch zu sprechen gelernt hatte.\u201c Onkel von beiden Seiten f\u00fchrten als Kunsth\u00e4ndler und -sammler den kleinen leo in die welt der Bilder ein. als neunj\u00e4hriger bekommt er einen schwarzen Tisch geschenkt, \u201eweil auf Schwarz alle Farben so gut aussehen\u201c. Neben seinem Kinderzimmer h\u00e4ngt auf dem Flur \u201eDer Chagall\u201c, darauf der gr\u00fcngeschichte flieder, der \u00fcbers Schtetl fliegt, 2vielleicht der Geburtsort all der Geschichten, die ich je geschrieben, gemalt oder mir vorgestellt habe\u201c. Zu diesen Geschichten geh\u00f6rt auch Frederick, die Maus, die Farben und W\u00f6rter in die karge Winterzeit rettet, damit die Familie \u00fcberleben kann, dazu geh\u00f6ren aber auch das kleine blau und das kleine Gelb\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die 50 Jahre Frederick Jubil\u00e4ums-Edition ist bei Beltz &amp; Gelberg erschienen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leo Lionni, Beltz &amp; Gelberg, Weinheim 1997 Dass die \u201eWeltweit bekannte poetische\u201c Bilderbuchmaus Frederick (2017) 50 Jahre alt wird, bietet Gelegenheit, die Aufmerksamkeit auf Leo Lionni, ihren Kreator, zu lenken. 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