{"id":659,"date":"2018-11-12T12:45:36","date_gmt":"2018-11-12T11:45:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brodtfoundation.org\/de\/?p=659"},"modified":"2019-03-08T11:15:18","modified_gmt":"2019-03-08T10:15:18","slug":"chanukkatz-oder-ruth-chanukka-und-das-katzenwunder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brodtfoundation.org\/de\/chanukkatz-oder-ruth-chanukka-und-das-katzenwunder\/","title":{"rendered":"Chanukkatz oder Ruth, Chanukka und das Katzenwunder"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Lena Kugler (Autor), Hermann H\u00fclsenberg (Illustrator), Fischer Verlag, Frankfurt 2008<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rezension:<\/strong> Die dunkle Jahreszeit bringt nicht nur Lichterfeste mit sich. Wenn es dunkel wird, werden die Menschen bereit, an Wunder zu glauben und k\u00f6nnen sich gar nicht satt h\u00f6ren an Geschichten \u00fcber sie, vorgelesen im Ker\u00adzenschein und am besten drau\u00dfen schneit es dazu. Kinder genie\u00dfen das, brauchen das und sollen es haben, sind sie doch beinahe die Einzigen, die nicht nur an Wunder glau\u00adben, sondern auch Wunder erleben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Beispiel Ruth. Wie alt mag sie sein? So alt etwa wie ihre Bilderbuchbetrachter und immerhin die gro\u00dfe Schwester von zwei Br\u00fcdern, Samuel und Lior. Die Stra\u00dfen sind dunkel. \u201eNur in den H\u00e4usern ist es warm,\/ in einigen wird schon der Weihnachtsbaum geschm\u00fcckt,\/ bei uns sitzt Samuel auf Papas Arm\/ und z\u00fcndet vorsichtig das erste Licht.\u201c Gemeint ist das erste Licht der Chanukkia und dieses \u201euns\u201c tut sehr gut. Wir schauen auf uns und nicht die andere, und bei uns ist Chanukka. Dort, wo Leuchter in den Fenstern stehen, ist das so.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Autorin Lena Kugler, 1974 in Singen am Hohentwiel geboren, erz\u00e4hlt in ihrem zweiten Kinderbuch und sicher aus eigener Erfahrung, was sich tut in einer Familie an Chanukka, zeigt, wie Tradition weitergeben wird: Man macht einfach, was man immer gemacht hat und nimmt das Fest mit allen Sinnen wahr. Lena Kugler vermittelt das aus Ruthis Kindermund, gereimt und dann wieder nicht, in Versform und dann wieder nicht, mal poetisch, fast feierlich, bis sich pl\u00f6tzlich und erfrischend der Alltag im Feiertag Bahn bricht. Eben noch gab es M\u00fcnzen und Zuckersachen, dann muss man ins Bett, \u201eund hinter mir gehen maulend meine Br\u00fcder\u201c. Morgen werden diese Br\u00fcder mit Gummischwertern ausger\u00fcstet Makkab\u00e4er spielen, \u201eund wer beim Dreidelspiel beschei\u00dft,\/ kriegt gegen\u2019s Schienbein einen Tritt\u201c. Die besondere Behaglichkeit zieht mit einer schwarzen Katze ins Buch, einer schwarzen Katze, die zuvor noch eins war mit der schwarzen Nacht. Ruthi \u00f6ffnet ihr das Fenster heimlich. \u201eUnd mit der Nacht schl\u00fcpft eine schwarze Katze durch den Spalt,\/legt sich auf meine F\u00fc\u00dfe, schnurrt, und sie sind nicht mehr kalt.\u201c Jetzt hat Ruthi ein Geheimnis. Mit ihrem Channukageld kauft sie einen kleinen Beutel Katzenfutter und w\u00fcnscht, die Katze \u201ew\u00e4re immer mein,\/ doch wie ich meine Eltern kenne, steht das auf einem andern Blatt.\u201c Es ist ein Wunder, dass der Beutel f\u00fcr acht Tage reicht, die Katze wird zur Channukkatz und damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Der Illustrator Hermann H\u00fclsenberg bebilderte die Geschichte mit einem gro\u00dfz\u00fcgigen, w\u00e4ssrigen Pinselstrich. Die Kunstfertigkeit der Bilder macht die Kinder weder staunen, noch ehrf\u00fcrchtig. Es w\u00e4re m\u00f6glich, dass sie nach dem Buch bald nach Farb\u00adkasten, Pinsel und einem gro\u00dfen Blatt Papier verlangen. Auch daf\u00fcr k\u00f6nnte Zeit sein an Chanukka.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Katrin Diehl (J\u00fcdische Allgemeine Wochenzeitung, Dezember 2008\/51)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lena Kugler (Autor), Hermann H\u00fclsenberg (Illustrator), Fischer Verlag, Frankfurt 2008 Rezension: Die dunkle Jahreszeit bringt nicht nur Lichterfeste mit sich. Wenn es dunkel wird, werden die Menschen bereit, an Wunder zu glauben und k\u00f6nnen sich gar nicht satt h\u00f6ren an Geschichten \u00fcber sie, vorgelesen im Ker\u00adzenschein und am besten drau\u00dfen schneit es dazu. 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